Warum wir ab 10 Knoten Wind nicht fliegen
Auf unserer Startseite steht jeden Tag eine Ampel: grün, gelb oder rot. Die wichtigste Zahl dahinter ist der Wind. Ab 10 Knoten fliegen wir keine Gäste. Hier steht, warum.
Was sind 10 Knoten?
Ein Knoten ist eine Seemeile pro Stunde, also 1,852 km/h. 10 Knoten sind damit rund 18,5 km/h – auf der Beaufort-Skala die Grenze von Windstärke 3 zu 4. Am Boden ist das ein Wind, bei dem sich Zweige bewegen und Fahnen gestreckt wehen. Für ein Auto ist das nichts. Für ein Ultraleichtflugzeug, das mit Pilot und Gast nur wenige hundert Kilogramm wiegt, ist es eine andere Sache.
Leicht heißt: Das Flugzeug spürt jede Bewegung der Luft
Ein Ultraleichtflugzeug wie unsere MD-3 Rider ist leicht gebaut. Das macht es sparsam, leise und wunderbar zum Schauen. Es bedeutet aber auch: Jede Böe, jede Verwirbelung hinter einem Hügel oder Waldrand kommt spürbar in der Kabine an. Für den Piloten ist das Handwerk. Für einen Gast, der zum ersten Mal in einem kleinen Flugzeug sitzt, fühlt sich ein böiger Tag schnell unruhig an – und wer sich festhält, schaut nicht mehr aus dem Fenster.
Nicht der Wind allein, sondern die Böen
Gleichmäßiger Wind ist in der Luft kaum zu spüren. Unangenehm werden Böen: kurze Stöße, bei denen der Wind in Sekunden zulegt. Deshalb schaut unsere Ampel auch auf die gemeldeten Böen und schaltet auf Rot, wenn sie zu stark werden. Dazu kommt der Seitenwind bei Start und Landung. Je stärker er ist, desto mehr Arbeit hat der Pilot kurz vor dem Aufsetzen. Wir wollen, dass die Landung das ruhigste Stück deines Fluges ist, nicht das aufregendste.
Warum ausgerechnet 10 Knoten?
Die Grenze ist unsere eigene Regel. Sie liegt bewusst vorsichtig, weil es bei einem Rundflug nicht darum geht, ob man bei diesem Wind fliegen kann, sondern ob es sich für dich gut anfühlt. Zwischen 7 und 9 Knoten zeigt die Ampel Gelb: Dann entscheidet der Pilot am Morgen, ob der Tag passt. Ab 10 Knoten bleibt der Flieger im Hangar – ohne Diskussion.
Die ruhigste Zeit: morgens und abends
Über den Tag wärmt die Sonne den Boden auf, warme Luft steigt auf, und über Feldern, Städten und Hängen entsteht Thermik. Gegen Mittag ist die Luft deshalb oft am unruhigsten. Morgens und am frühen Abend ist sie meist glatt wie ein See. Deshalb fliegen wir den Mystical Flight am liebsten im Abendlicht, und deshalb sind die ersten und letzten Slots eines Flugtages die beliebtesten.
Was passiert, wenn dein Flugtag zu windig ist?
Dann fliegen wir nicht, und dir entsteht kein Nachteil. Du bekommst kostenlos einen neuen Termin. Das ist unsere Wetter-Garantie. Wer vorher schauen will, findet die aktuelle Lage jeden Tag auf unserer Startseite – mit Messwerten vom Hannover Airport und aus Bückeburg.
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Über den Autor: Timo Drollinger fliegt Ultraleicht seit 2013 – mit mehr als 750 Starts, 450 Flugstunden und über 240 Starts am Hannover Airport. Erlebnisflüge hat er deutschlandweit für Jochen Schweizer Erlebnisse geflogen. Heute fliegt er Gäste ab Hameln-Pyrmont und Hannover Airport.